Material World: Tapeten als Notizbuchcover

Ein Besuch in der Tapetenmanufaktur

Seit wir unsere neue Buchdeckenfertigungsmaschine im Einsatz haben, sind wir täglich auf der Suche nach Materialien, die wir als Einbandmaterial verarbeiten können. Für Daniel Hechter oder Zimmer und Rohde haben wir bereits Notizbuchedition mit textilen Oberflächen gefertigt.

Ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung machte uns auf die Tapetenmanufaktur Hembus aufmerksam. Tapeten als Notizbuchcover? Wäre einen Versuch wert.

So machten wir umgehend einen Termin und besuchten Frau Ochs in der Höchster Manufaktur. Frau Ochs ist Designerin, Siebdruckerin, Restauratorin in einer Person. Über 700 Tapetenmuster hat sie in den vergangenen 30 Jahren entworfen und gedruckt. Ihre Tapeten verschönern die Wände von Schlössern und Museen aber auch die Kulissen historischer Filme wie “Die Buddenbrooks”. Das andere Herz der Firma Hembus ist eine 10 Meter lange Bandsiebdruckmaschine, die Julius Hembus mit dem Flugzeugbauer Messerschmidt zusammen konstruiert hat.

Wer allerdings glaubt, dass in dieser gewaltigen Maschine per Knopfdruck eine fertige Tapete entsteht, täuscht sich: Einige Tapeten haben bis zu 36 “echte” Farben, die jeweils aus Pigmenten gemischt werden. Für jede Farbe muss die Tapete nach einer Trocknungszeit erneut durch die Maschine. Ein sehr aufwändiger Prozess, der den Preis von über 100 Euro für den laufenden Meter Tapete allerdings rechtfertigt. Mit handelsüblichen Tapeten haben die Hembus Produkte allerdings wenig gemein. Sie sind qualitativ eher in der Liga von Künstler Serigraphien angesiedelt.

Für unsere Notizbuchedition Wallpaper haben wir einen ganzen Schwung Restrollen mitgenommen, um Sie zu Bucheinbänden zu verarbeiten.
Die Ergebnisse stellen wir Ihnen demnächst im Blog vor.

posted by brandbook.de

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